Es gibt viele verschiedene Arten der Schwerhörigkeit. Je nachdem welche Art auftritt, wird etwas anders behandelt. Im Folgenden erläutern wir kurz die häufigsten Arten. 

Für alle Arten der Schwerhörigkeit gilt jedoch:

Das Sprachverstehen ist wie ein Muskel, wir erlernen es nach einigen Jahren und „trainieren“ es täglich durch Gespräche und Zuhören. Sobald das Gehör schlechter wird, werden die Zentren im Gehirn, welche Sprache verstehen, weniger gereizt (angeregt)und wir „verlernen“ das Sprachverstehen.

Dies bedeutet, je länger man wartet, um eine Schwerhörigkeit auszugleichen, desto schlechter und irreparabler ist unsere Fähigkeit, Sprache zu verstehen. Ein Hinauszögern der Hörgeräteversorgung führt unweigerlich zu einer Verschlechterung in vielen Alltagssituationen und bei sozialen Kontakten. Durch ein Hörgerät kann das „Training“ wieder aufgenommen werden und das Sprachverstehen bessert sich durch tägliches Tragen.

Schallleitungsschwerhörigkeit

Die Schallleitungsschwerhörigkeit entsteht durch eine Störung in der Schallweiterleitung im äußeren Gehörgang oder im Mittelohr. Das Corti-Organ im Innenohr ist dabei voll funktionsfähig. Lediglich der Schalldruckpegel wird auf dem Weg zum Innenohr gemindert, wodurch der Betroffene bestimmte Frequenzen schlechter wahrnimmt. Ursachen für die Schallleitungsschwerhörigkeit kann ein Pfropf aus Ohrenschmalz sein, der den Gehörgang blockiert (Ceruminalpfropf). Des Weiteren kann auch eine Mittelohrentzündung (Otitis media), eine Knocheneiterung (Cholesteatom) oder eine Verknöcherung der Gehörknöchelchen (Otosklerose) zur Schallleitungsschwerhörigkeit führen. Begleiterscheinung ist, dass Geräusche, die vorher als unangenehm laut wahrgenommen wurden, jetzt normal laut erscheinen.

Ceruminalpfropf

Wenn das produzierte Ohrenschmalz einen Pfropf bildet und den Gehörgang blockiert, spricht man von einem Ceruminalpfropf. Üblicherweise wird dieser mit einer Spülung vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt entfernt. Häufig vergleichen Betroffene diese Art der Schwerhörigkeit mit dem Tragen von Ohropax. Sie verspüren ein dumpfes Gefühl im Ohr und hören schwer. Ein solcher Pfropf kann sich durch die Nutzung von Wattestäbchen bilden.

Kombinierter Hörverlust

Der kombinierte Hörverlust ist eine Schwerhörigkeit bei der sowohl eine Schallempfindungs- als auch eine Schallleitungsschwerhörigkeit vorliegt. Somit ist sowohl das Mittelohr als auch das Innenohr geschädigt bzw. in der Funktion beeinträchtigt.

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit entsteht durch eine Dysfunktion des Innenohrs. Dabei sind entweder die für die Umwandlung der Schwingungen in Nervenimpulse wichtigen Haarzellen beschädigt, oder es liegt eine Funktionsschwäche des Hörnervs vor. Durch diese Art der Schwerhörigkeit ist das Lautstärkeempfinden des Betroffenen verändert. Der Betroffene ist unempfindlicher gegenüber leisen Tönen, es kommt zu einer Verzerrung des Tons oder es ergeben sich Schwierigkeiten, verschiedene Sprachlaute voneinander zu unterscheiden.

 Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis)

Die mit dem Alter zunehmende Verschlechterung der Hörleistung wird als Altersschwerhörigkeit bezeichnet. Sie ist typischerweise auf beiden Ohren symmetrisch und beginnt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Zu Beginn ist nur der hohe Frequenzbereich beeinträchtigt, im Laufe der Altersschwerhörigkeit werden zunehmend auch der mittlere und der tiefe Frequenzbereich eingeschränkt wahrgenommen. Grund für diese Schwerhörigkeit ist meist die Abnutzung der Haarzellen oder eine altersbedingte Funktionsschwäche des Hörnervs. Stoffwechsel- und Herzkreislauferkrankungen, erhöhter Nikotinkonsum und eine Veranlagung zur Altersschwerhörigkeit können das Voranschreiten dieser begünstigen. Symptomatisch für diese Hörminderung ist die eingeschränkte Fähigkeit, bestimmte Sprachlaute zu unterscheiden. Besonders in einem lauten Umfeld kommt dies zum Tragen und wird im Allgemeinen als Cocktailparty-Effekt bezeichnet. Zudem verschiebt die sogenannte Unbehaglichkeitsschwelle zu niedrigeren Lautstärkepegeln. Das bedeutet, dass Geräusche, die sonst als normal laut wahrgenommen wurden (oder von anderen so wahrgenommen werden),  nun als unangenehm empfunden werden. Eine häufige Begleiterscheinung der Altersschwerhörigkeit ist ein Tinnitus.

Lärmschwerhörigkeit

Lärmschwerhörigkeit entsteht durch übermäßige Schalleinwirkung auf das Gehör.
Dabei wird zwischen einer akuten und chronischen Lärmschwerhörigkeit unterschieden. Die akute Lärmschwerhörigkeit entsteht durch eine einmalige kurze Schalleinwirkung mit einem sehr hohen Schalldruckpegel oberhalb von 120 dB. Dadurch werden die Haarzellen im Innenohr geschädigt und es kommt zu einer akuten Lärmschwerhörigkeit. In den meisten Fällen ist diese Art der Lärmschwerhörigkeit lediglich temporär und die Haarzellen erholen sich nach einiger Zeit wieder. Jedoch kann auch eine akute Lärmschwerhörigkeit zu einer irreversiblen Schädigung der Haarzellen führen, sodass die Hörminderung dauerhaft bleibt. Häufige Begleiterscheinungen sind Schwindel und Tinnitus. Ursachen für eine akute Lärmschwerhörigkeit sind beispielsweise Konzertbesuche. Die chronische Lärmschwerhörigkeit hingegen resultiert aus einer Dauerbeschallung mit einem Schalldruckpegel oberhalb von 85 dB, welche meist über viele Jahre mehrere Stunden täglich auf das Gehör einwirkt. Diese Schalleinwirkung führt zu einer permanenten Schädigung des Gehörs, die Haarzellen können sich nicht regenerieren.

Angeborene Schwerhörigkeit

Eine Schwerhörigkeit gilt als angeboren, wenn sie vor der Geburt im Mutterleib, während der Geburt oder bis zu 6 Monaten nach der Geburt entsteht. Umstände, wie beispielsweise Sauerstoffmangel während der Geburt, eine Frühgeburt oder bestimmte Infektionskrankheiten vor oder nach der Geburt, können zu einer Hörminderung des Neugeborenen führen. Auch bestimmte Antibiotika können bei dem Säugling eine Schwerhörigkeit verursachen.

Nervenschwerhörigkeit (retrocochleäre Störung)

Die Störung der Nervenbahnen zwischen dem Innenohr und dem für das Hören verantwortlichen Gehirnabschnitt kann ein Grund für eine Schwerhörigkeit sein.

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