Grundlagen der Okklusion

 

Luftleitung

Die Luftleitung beschreibt den Weg des Luftschalls bis zum Innenohr (siehe Abbildung 1). Hierbei wird ein Schallsignal durch den Gehörgang geleitet und regt dann das Trommelfell an. Von hier an wird der Schall auf mechanischem Wege über die Gehörknöchelchenkette bis zum Innenohr geleitet, wo er in Nervenimpulse umgewandelt wird.

Ohr Okklusion Luftleitung

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Luftleitung. Der Weg des Luftschalls vom Außenohr über das Mittel- zum Innenohr ist mit Hilfe von roten dünnen Pfeilen dargestellt. 

 

Knochenleitung

Die Knochenleitung beschreibt den Weg des Schalls direkt über unser Knochengerüst ins Innenohr. Wie in Abbildung 2 zu sehen, gibt es den direkten Knochenschall, bei dem es zu einer direkten Schwingung im Knochen kommt, sowie den osteotympanalen Knochenschall. Beim osteotympanalen Knochenschall überträgt sich die Vibration des Knochen auf das Außen- und das Mittelohr und wird über die Luftleitung ans Innenohr weitergeleitet.

Ohr Okklusion Knochenleitung

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Knochenleitung. Der Weg des direkten Knochenschalls wurde mit dunkelroten breiten Pfeilen visualisiert, der daraus resultierende osteotympanale Knochenschall mit hellroten breiten Pfeilen. 

 

Okklusion

Körpereigene Schallereignisse regen immer den Knochen und den Knorpel um unseren Gehörgang an. Während der knöcherne Teil aufgrund seiner Dichte seine Resonanz eher im hochfrequen- ten Bereich aufweist und schwerer anzuregen ist, hat der knorpelige Teil seine Resonanz im tieffrequenten Bereich und lässt sich leichter anregen. Beim unverschlossenen Ohr überträgt sich die Schwingung auf die Luftsäule im Gehörgang und lässt diese zur Gehörgangsöffnung in der Ohrmuschel ausschwingen (siehe Abbildung 3). 

 

Ohr Okklusion Offen

Abbildung 3: Schematische Darstellung des offenen Gehörgangs. Das Ausschwingen des tieffrequenten Schallanteils aus dem Ohr ist mit einem roten breiten Pfeil dargestellt. 

 

Wird die Öffnung beispielsweise durch ein Hörgerät oder durch Gehörschutz, wie in Abbildung 4, verschlossen, kann die Luftsäule nicht mehr zur Gehörgangsöffnung hin ausschwingen und regt stattdessen das Trommelfell an. Zusätzlich zu dem Schall, der von außen über die Luftleitung aufgenommen sowie über den Knochen direkt im Innenohr wahrgenommen wird, addieren sich darüber hinaus die Resonanzen des knorpeligen Teil des Gehörgangs. Dies lässt die Schallereignisse dumpfer und verzerrter klingen. Auch das Spielen eines Blas- oder Streichinstruments kann zu einer Anregung des Kiefers und des knorpeligen Teils des äußeren Gehörgangs führen. 

 

Ohr Okklusion geschlossen

Abbildung 4: Schematische Darstellung des geschlossenen Gehörgangs. Durch den Gehörgangsverschluss (grün) schwingt die Luftsäule Richtung Trommelfell aus und addiert sich auf den über die Knochen- und Luftleitung wahrgenommenen Schall. 

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